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Reisebericht - Flossfahrt in Schweden



Wir machen es uns erstmal bequem. Die Kinder schmeißen die Angeln aus und wir gönnen uns erstmal in Ruhe einen Kaffee und genießen die Langsamkeit und die mit unendlichen Wälder bewachsene bergige Landschaft.

Selbst in den mal engen Flussbiegungen brauchen wir nicht eingreifen, der Fluss erledigt das für uns. Gegen Abend, beschließen wir einen Lagerplatz für die Nacht zu suchen. Immer wieder sehen wir schöne Anlegestellen, bloß das Anlegen ist nicht so einfach wie wir dachten. Es ist schon ein ganz schöner Kraftakt unseren 4 Tonnen Koloss mit Hilfe von Rudern und Staken aus der Strömung heraus an einen Platz zu steuern, den wir anstreben. Auch kann ich nicht einfach so mit einem Seil an Land springen und ohne die Hilfe eines kräftigen Baums das Floß halten. Ich denke ich müsste dann hinterher schwimmen. Nach einigen gescheiterten Anlegemanövern, gelingt es uns vieren doch mit gemeinsamer Anstrengung an einer sandigen Uferstelle anzulegen. Das Wasser ist flach und da wir aus der Hauptströmung heraus sind kann ich ins Wasser springen und das Floß die letzten Meter schieben.

Der Lagerplatz ist perfekt. Langer Sandstrand, mit einem Grasgürtel und dahinter wieder dichter Wald. Aber wir wurden auch gewarnt, das wir beim Anlegen an sandigen Stellen beachten müssen, dass der Wasserstand des Flusses sich auch über Nacht ändern kann. Schieben wir das Floß zu weit auf Sand, und der Wasserstand sinkt über Nacht, dann liegt unser Floß am nächsten Morgen auf dem Trockenen und wir haben ein Problem. Also geben wir dem Floß etwas Seil und vertäuen es an einem kräftigen Baum. Nun bauen wir unser Zelt auf und schmeißen den Grill an, gegessen wird auf dem Floß.

Und unser komfortables Pappklo kommt zum Einsatz. Diese wurde auf Drängen von Marion, Chris und Julian angeschafft. Und ich muss sagen… eine tolle Erfindung. Wird es nicht genutzt, kann es platzsparend verstaut werden.

Möchte man in der Wildnis dann nicht auf einen komfortablen Toilettengang verzichten, wird ein Loch gegraben, das Pappklo darüber aufgeklappt und fertig.
So nun ist es auch schon dämmerig und wir sind nach dem anstrengenden Floßbautag auch erschöpft und müde. Nach einem Drink geht es ab ins Zelt.




25. Juli 2007
Ich bin schon früh wach und kontrolliere als erstes ob unser Floß noch da ist und nicht zu sehr auf Grund liegt. Aber es ist alles ok. Also koche ich erstmal Kaffee und genieße die Stille. Nach und nach kommen auch Marion und die Kinder aus dem Zelt. Geschlafen haben wir alle gut. Nun bereiten wir auf dem Floß das Frühstück vor, danach geht es zum waschen in den kühlen Fluss. So gegen 10 .00 Uhr sind wir abfahrbereit und ein neuer Tag auf dem Fluss beginnt.

Bis auf einen kurzen Schauer haben wir super Wetter und die Floßfahrt macht richtig Spaß. Gegen Mittag passen wir nicht auf und werden hinter einer Biegung aus der Strömung heraus in Kehrwasser getrieben. Nun geht gar nichts mehr, wir treiben auf der Stelle. Zum staken ist es zu tief, also greifen wir zu den Paddeln. Aber 4 Tonnen mit kleinen Paddeln zu bewegen ist nicht einfach und es ist doch ein gewisser Kraftakt notwendig, bis wir wieder in der Hauptströmung sind. Nun geht es geruhsam weiter. Chris hat sich ins Zelt verkrochen und liest Harry Potter.


Julian und ich angeln. Leider ohne Glück und Marion macht sich Gedanken über Ihren nächsten Toilettengang, denn einfach mal so anlegen ist nicht.

Auch die Landschaft beeindruckt uns immer wieder. Geräuschlos treiben wir auf dem spiegelglatten Fluss.
Das Ufer wird immer noch von Bergen und endlosen tiefgrünen Wäldern bestimmt.

Überdacht von einem blauen Himmel, mit einzelnen Wolken, der sich perfekt im Fluss wiederspiegelt.
 
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