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Reisebericht - Von Florida nach Kalifornien - einmal quer durch die USA


Das Wasser hat fast Badewannentemperatur und wir bestaunen die Unterwasserwelt des Riffs. Manchmal gleiten wir durch große Schwärme von Fischen. Hinter den Korallen tauchen immer neue Riffbewohner auf. Auch einige Barracudas kreuzen unseren Weg, von denen wir respektvoll Abstand halten.

Leider ist es recht windig und das Meer ist aufgewühlt, was das Schnorcheln nicht gerade erleichtert. Über den Korallen ist das Wasser nicht sehr tief und wir müssen aufpassen, dass uns die Wellen nicht gegen sie drücken. Dennoch bekommen wir viele der 40 Korallenarten und 450 Fischarten, die das Riff beherbergt, zu sehen.

Wir befinden uns im John Pennekamp Coral Reef State park auf Key Largo in Florida. Er ist der erste Unterwasser State park der USA und umfasst ein 34 Kilometer langes und bis zu 6 Kilometer breites Korallenriff, welches sich etwa 9 Kilometer vor der Küste befindet.

Unser Übernachtungsplatz befindet sich inmitten von Palmen und Bäumen in der Nähe eines kleinen Teichs. Pünktlich zum Abendessen bekommen wir Besuch von Eichhörnchen und Waschbären. In der Nacht geben die Kröten, die im Teich leben ein lautes Quarkkonzert von sich.


Am nächsten Morgen geht es weiter in die Everglades. Von Florida City geht es auf dem Highway 27 in den Everglades National Park bis nach Flamingo. Die Straße führt durch Kiefernwälder, Mangrovendickicht und weite Gras- und Sumpflandschaften.

Der Everglades National Park umfasst 5670 Quadratkilometer. Hier leben eine Vielzahl von Vögeln, Fischen, Reptilien, Pflanzen und Säugetieren. Die Hauptattraktion sind die Alligatoren, auf die man überall trifft.

In Flamingo gibt es einen Campingplatz, ein Motel, Restaurant, Einkaufsladen eine Tankstelle für Boote und man kann hier Boote und Kanus für Ausflüge in den Park mieten. Es gibt Touren für jedermann, vom kleinen leicht begehbaren Rundkurs, bis zu Tages- oder Wochentouren tief hinein in die Wildnis. Auf allen Pfaden bekommt man die Flora und Fauna der Everglades zu Gesicht. Nahe des Campingplatzes befindet sich der Eco Pond Trail. Dies ist ein einfacher Rundkurs um einen See herum. Man bekommt Alligatoren, Pelikane und Reiher zu sehen. In manchen Bäumen sitzen manchmal an die hundert Reiher.

Auf keinen Fall sollte man Insektenschutzmittel und Sonnenmilch vergessen. Die meisten Moskitos gibt es in den Sommermonaten, dann ist es ratsam, trotz der Hitze, langärmlige Hemden, lange Hosen und feste Schuhe zu tragen. Da es im Sommer mehr regnet, sind viele Wege überschwemmt und modrig. Bei längeren Wanderungen und Bootstouren ist es unerlässlich sich eine gute Karte bei der Parkverwaltung zu holen. Auch sollte man sich bei der Rangerstation abmelden und die Reiseroute sowie Reisedauer bekannt geben. Es passiert immer wieder das Leichtsinnige in der Wildnis verschwinden. In den Karten sind dann auch Plätze eingezeichnet wo man Campen kann.



Wir haben jetzt Mitte April und die Moskitos lassen uns in Ruhe. Wir mieten uns ein Kanu und wollen einen Tag die Umgebung erkunden. Es geht den Wilderness Waterway entlang. Nach kurzer Zeit sehen wir den ersten Alligator, der sich am Ufer sonnt und keine Anstallten macht sich ins Wasser zu bewegen. Es ist sehr heiß und wir paddeln nahe am Ufer, im Schatten großer Mangroven. Wir hoffen vielleicht eine der scheuen Seekühe auf unserer Tour zu sehen, aber als erstes sehen wir einen großen Adler, der mit seiner Beute im Schnabel nur wenige Meter vor uns entlangfliegt. Nach etwa drei Kilometern erreichen wir einen Anlegeplatz. Von hier ziehen wir das Kanu einige Meter durch den Wald, zum Bear Lake Trail. Das Wasser sieht nicht gerade einladend aus. Es ist lehmig rot und man kann keinen Zentimeter unter die Wasseroberfläche schauen. Die Baumkronen schließen sich über uns und wir paddeln durch einen grünen Tunnel. Immer wieder sehen wir am Ufer exotische Vögel. Nach einiger Zeit biegen wir rechts in die Mündung des Mud Lake ein. Mitten in der Fahrrinne treibt ein großer Baumstumpf, gegen den wir stoßen. Beim abstoßen sehen wir eine Schlange, die sich auf dem Stumpf sonnt. Dann aber aus ihren Träumen herausgerissen wird und sich ins Innere verkriecht. Auf dem Mud Lake ist es vorbei mit dem geruhsamen rudern. Es ist Wind aufgekommen und und wir müssen dagegen paddeln. Am Seeufer wuchert dichter Mangrovendschungel. In den Bäumen können wir viele Pelikane ausmachen, die sich dort von der Jagd ausruhen. Immer wieder steigen sie aus, um dann blitzschnell im Sturzflug auf die Wasseroberfläche zuschießen, kurz eintauchen und mit einer Beute im Schnabel wieder auftauchen. Für uns ist es Zeit wieder nach Flamingo zurückzukehren. Am Abend erreichen wir wieder den Campingplatz. Eine Seekuh haben wir nicht gesehen, aber vielleicht versuchen wir es mal im Aquarium von Miami.



Am nächsten Tag nehmen wir Kurs auf Miami. An der Straße zum Parkausgang liegen noch einige Stopps wo man Alligatoren, Schlangen, Schildkröten, Vögel und die Landschaft beobachten kann. Oft führen Wege über Holzstege durch Mangrovenwälder, Mahagonibäume und Sumpfgelände.

Am Royal Palm Visitor Center liegt der Anhinga Trail. Hier kann man am einfachsten viel Tiere, die in den Everglades zuhause sind beobachten. Er führt über Holzbrücken, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind, durch Sumpfgebiet und um einen Teich. Hier sind viele Alligatoren, Schildkröten, Schlangen und Vögel zu sehen.

Ebenfalls am Visitor Center findet man den Gumbo-Limbo-Trail. Der leichtbegehbare Weg führt durch eine Dschungellandschaft, wie man sie in Central Amerika findet.

Beim Mahogany Hammock Trail geht es durch einen Mahagoni Wald. Hier findet man auch den größten Mahagonibaum in den USA...............



 
 
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