Seite:

Fotoreisebericht - Florida - Belize - Guatemala



Mit dem Flieger ging es erst nach Miami. Nach zwei Wochen weiter nach Key West. Hier blieb ich fast 3 Monate und arbeitete in einem Restaurant als Kellner.

Am Strand von Key West
Unser Domizil in Key West!
Rundflug über Key West

Über Ruth, die auch mit uns im Haus wohnt, lerne ich John kennen. Im gehört die MyridonII und er sucht noch Mitsegler, die lust hatten sein Schiff nach Guatemala zu überführen. Er geht für einige Zeit nach Asien und will sein Schiff dort auf einem See im Urwald lassen. Also segele ich mal mit, es geht über Dry Toutugas und Belize nach Guatemala.

Dienstag 10. 01.

Am Vormittag kommen die kleinen Inseln in Sicht. Sie sind bald zum greifen nahe, aber es dauert noch eine Weile bis wir ankommen. Wir müssen uns einen sicheren Weg durch Untiefen und Riffs suchen. Dann ankern wir vor dem Garden Key auf dem das Fort Jefferson steht. Früher diente es als Militärstützpunkt und Gefängnis. Heute ist das Fort zu besichtigen. Die anderen Inseln sind unbewohnt und es gibt nichts anderes als Seevögel, Palmen, weiße Strände und bestes Wasser. Nachdem wir das Fort besichtigt haben, schwimmen wir zu einer der unbewohnten Inseln und genießen den Tag mit baden und sonnen. Zum Abendessen gibt es selbstgefangenen Fisch und Eier. Der Nationalpark befindet sich 70 km westlich von Key West im Golf von Mexiko. Er ist von Key West aus mit dem Flugzeug oder dem Schiff zu erreichen. Als die Spanier die Inseln entdeckten nannten sie sie "Las Tortugas" (Die Schildkröten), weil sie hier viel Wasserschildkröten antrafen. Auf dem Garden Key steht das Fort Jefferson von 1800 welches aus über 16 Millionen Steinen gebaut wurde. Der Stützpunkt sollte den Seeweg in den Golf von Mexiko sichern, diente aber die meiste Zeit als Gefängnis. Der berühmteste Häftling war Dr. S.Mudd, der hier einsaß weil er das gebrochene Bein des Lincoln Attentäters behandelte. Nach einem Hurrikan und zwei Gelbfieberepidemien wurde das Gefängnis eingestellt. Heute ist das Fort ein national Monument. Das Fort kann besichtigt werden, oder man badet im glasklaren Wasser. Auch lassen sich viele Vögel, wie Seeschwalben, Pelikane, Fregattenvögel und Komorane beobachten. Außerhalb der Brutzeit kann man zum Bush Key hinüberschwimmen und sich wie Robinson Crusoe fühlen. Neben dem Fort gibt es die Möglichkeit zu Campen.


Dry Tourtugas
Dry Tourtugas
Mittwoch 11. 01.

Ich bin vor der Sonne aufgestanden und habe erst mal ein Bad genommen. Dann haben wir bei heißem Kaffee die Sonne begrüßt. Nach dem Frühstück habe ich den Knotenzähler sauber gemacht, dann wurde der Anker gelichtet und die Segel gesetzt. John Pear ist wieder unter Deck. Wir werden in den nächsten fünf Tagen auf See sein. Man muß sich erst an das Schaukeln gewöhnen, sei es beim abwaschen, schreiben, gehen, essen oder trinken.

Donnerstag 12.01

Nach einer etwas unruhigen Nacht hat sich das Wetter wieder beruhigt und es herrscht bestes Segelwetter. Während der Nachtwache erwischen uns Sturmböen. Der Autopilot fällt einige mal aus und wir müssen uns bei der Steuerwache anschnallen. Auch Ruth und Kevin sind Seekrank und John Pear ist immer noch unter Deck.

Freitag 13.01.

Es ist der dritte Tag auf See und das Wetter ist weiterhin fantastisch. Es hat sich eine gewisse Monotonie eingestellt. Man steht kurz vor Sonnenaufgang auf, trinkt Kaffee, ließt, erzählt, döst in der Sonne und geht Wache. Das Essen ist sehr gut, es besteht meist aus Bohnen, Eiern, frischen Fisch und Amerikaner haben natürlich auch Erdnußbutter und Toastbrot an Bord. Wir sehen täglich Delphine, die dann eine zeit mit dem Boot schwimmen. Wir setzen uns dann immer ganz vorne aufs Boot und lassen die Beine über Bord hängen, in der Hoffnung, dass uns ein Delphine berührt. Das soll Glück bringen. Auch fliegende Fische landen manchmal auf dem Schiff. John Pear lässt sich nicht an Deck blicken und möchte das Schiff verlassen.

Sonnabend 14.01.

Ich bin wieder früh aufgestanden, im Moment schlafe ich an Deck, unten ist es auch nachts sehr warm. Gewaschen wird sich mit Seewasser, da wir mit Frischwasser haushalten müssen. Duschen fällt auch flach, da das Gepäck in der Duschkabine steht. Ich unterhalte mich viel mit John. Es wird auch das Geheimnis gelüftet, warum der Kapitän John immer Strümpfe trägt. Ihm wurden im Vietnamkrieg die Zehen weggesprengt. Er erzählt Stories aus seinem Leben und von Piraten, die es auch noch gibt. Abends zeigt er mir das automatische Gewehr, welches er für Notfälle im Schiff versteckt hat. Unser Freund John Pear bleibt unter Deck.

Die Crew
Steuerwache
Wir waren Schorcheln
Es ging von Key West nach Guatemala

Sonntag 15.01.

Die Nacht ist heftig. Sturmböen und Regenschauer machen uns das Leben schwer. Wir sind die ganze Nacht an Deck angeschnallt und tragen Regenjacken. John Pear hat sich die ganze Nacht durch übergeben. Immer wieder kommen große Wolken mit Wind und Regen und wir machen teilweise 7 -9 Knoten, ist echt gut. Gehen 5 Uhr früh begegnen wir dann noch einem riesigen Tanker auf See. Tagsüber hat sich alles wieder beruhigt und wir fangen einige Fische. Sogar John Pear war für 5 Minuten an Deck. Wir sehen Land. Am Nachmittag erreichen wir die Turneffe Insel, vor der Küste von Belize. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben, Schnorcheln und die Inseln erkunden. Die meisten dieser Inseln sind unbewohnt, nur einige Fischer leben hier. Nachdem wir geankert haben besuchen uns gleich einige Delphine. Wir wollen nun mit Harpunen das Abendbrot besorgen. Mit dem Dingi geht es zum Riff. Die Unterwasserwelt ist wirklich fantastisch. Wir sehen Tausende von Fischen in allen Farben und Größen. Mit der Harpune ist es gar nicht so einfach einen Fisch zu schießen. Aber einen erwische ich und John fängt gleich 5, genug fürs Abendessen. Das Panorama ist perfekt, strahlend blauer Himmel, glasklares in allen Blautönen schimmerndes Wasser, mit saftig grün leuchtenden Inseln gespickt.

Montag 16.01.

Es ist sehr warm und ich kann nur noch an Deck schlafen. John und ich fahren gleich nach Sonnenaufgang zum Riff und jagen. Mich hat das Jagdfieber gepackt. Ich schwimme durch das Wasser und halte nach großen Fischen Ausschau. Ich vermeide es den auserwählten Fisch direkt anzuschauen. Sie scheinen zu merken, was los ist. Dann versuche ich mich unauffällig dem Fisch zu nähern, die Harpune ist gespannt. Ganz plötzlich greife ich dann an. Habe ich ihn getroffen, versuche ich ihn mit der Harpune auf den Grund zu drücken, damit er nicht von der Harpune rutscht. Das gelingt nicht immer, manche Fische rutschen von der Harpune und ich muss sie verfolgen und ein zweites mal schießen, oft treffe ich auch gar nicht, oder der Fisch riecht den Braten. Hin und wieder ziehen menschengroße Fische an uns vorbei, die lasse ich dann auch ziehen. Unter Steinen finden wir immer wieder Langusten, die wir nur einsammeln brauchen. Auch Haie gibt es hier, manchmal sehen wir einen, meist sind die aber nachts unterwegs. Wieder an Bord wird der Fisch ausgenommen. Dazu tragen wir Gummihandschuhe, da die Fische spitze und scharfe Zacken und Flossen haben.

Wir bekommen Kontakt mit den Fischern. Sie jagen nur mit Tauchermaske und Harpune. Aber sie sind sehr gut, können minutenlang unter Wasser bleiben und schießen mehrere Fische bei einem Tauchgang. Abends kommen sie uns besuchen und bringen Kokosnüsse und etwas Gras mit. Sie freuen sich über einige T-shirts und etwas Rum. Dann Essen wir zusammen und spielen Domino. John Pear wird selten gesehen.

Dienstag 17.01.

Wieder ein toller Tag. John und ich gehen wie gewohnt jagen. Unser Essen besteht aus Eiern, Fisch und Langusten. Am Nachmittag fahre ich mit Ruth und Kevin zu einer der Inseln. Wir glauben uns auf einer unbewohnten Insel, stoßen aber auch auf eine Hotelanlage. Hier machen gutbetuchte Amis Urlaub und verbringen den Tag mit Fischen und Tauchen, was anderes gibt es hier ja auch nicht. Danach geht es wieder Schnorcheln mit Harpune und wir sehen einige Haie. John hat sich an den scharfen Korallen, bei der Jagd nach einem Fisch ordentlich geschnitten. Zum Abendessen gibt es Pilze, Mais, Kartoffelsalat und Fisch.

Beim Riff vor Belize Unser erster Hai
 
Seite: