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Unser Domizil in Key West! |
Rundflug über Key
West |
Über Ruth, die auch mit uns im Haus wohnt, lerne ich
John kennen. Im gehört die MyridonII und er sucht noch
Mitsegler, die lust hatten sein Schiff nach Guatemala zu
überführen. Er geht für einige Zeit nach
Asien und will sein Schiff dort auf einem See im Urwald
lassen. Also segele ich mal mit, es geht über Dry Toutugas
und Belize nach Guatemala.
Dienstag 10. 01.
Am Vormittag kommen die kleinen
Inseln in Sicht. Sie sind bald zum greifen nahe, aber
es dauert noch eine Weile bis wir ankommen. Wir müssen
uns einen sicheren Weg durch Untiefen und Riffs suchen.
Dann ankern wir vor dem Garden Key auf dem das Fort Jefferson
steht. Früher diente es als Militärstützpunkt
und Gefängnis. Heute ist das Fort zu besichtigen.
Die anderen Inseln sind unbewohnt und es gibt nichts anderes
als Seevögel, Palmen, weiße Strände und
bestes Wasser. Nachdem wir das Fort besichtigt haben,
schwimmen wir zu einer der unbewohnten Inseln und genießen
den Tag mit baden und sonnen. Zum Abendessen gibt es selbstgefangenen
Fisch und Eier. Der Nationalpark befindet sich 70 km westlich
von Key West im Golf von Mexiko. Er ist von Key West aus
mit dem Flugzeug oder dem Schiff zu erreichen. Als die
Spanier die Inseln entdeckten nannten sie sie "Las
Tortugas" (Die Schildkröten), weil sie hier
viel Wasserschildkröten antrafen. Auf dem Garden
Key steht das Fort Jefferson von 1800 welches aus über
16 Millionen Steinen gebaut wurde. Der Stützpunkt
sollte den Seeweg in den Golf von Mexiko sichern, diente
aber die meiste Zeit als Gefängnis. Der berühmteste
Häftling war Dr. S.Mudd, der hier einsaß weil
er das gebrochene Bein des Lincoln Attentäters behandelte.
Nach einem Hurrikan und zwei Gelbfieberepidemien wurde
das Gefängnis eingestellt. Heute ist das Fort ein
national Monument. Das Fort kann besichtigt werden, oder
man badet im glasklaren Wasser. Auch lassen sich viele
Vögel, wie Seeschwalben, Pelikane, Fregattenvögel
und Komorane beobachten. Außerhalb der Brutzeit
kann man zum Bush Key hinüberschwimmen und sich wie
Robinson Crusoe fühlen. Neben dem Fort gibt es die
Möglichkeit zu Campen.
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| Mittwoch
11. 01.
Ich bin vor der Sonne aufgestanden
und habe erst mal ein Bad genommen. Dann haben wir bei heißem
Kaffee die Sonne begrüßt. Nach dem Frühstück
habe ich den Knotenzähler sauber gemacht, dann wurde
der Anker gelichtet und die Segel gesetzt. John Pear ist
wieder unter Deck. Wir werden in den nächsten fünf
Tagen auf See sein. Man muß sich erst an das Schaukeln
gewöhnen, sei es beim abwaschen, schreiben, gehen,
essen oder trinken.
Donnerstag 12.01
Nach einer etwas unruhigen
Nacht hat sich das Wetter wieder beruhigt und es herrscht
bestes Segelwetter. Während der Nachtwache erwischen
uns Sturmböen. Der Autopilot fällt einige mal
aus und wir müssen uns bei der Steuerwache anschnallen.
Auch Ruth und Kevin sind Seekrank und John Pear ist immer
noch unter Deck.
Freitag 13.01.
Es ist der dritte Tag auf
See und das Wetter ist weiterhin fantastisch. Es hat sich
eine gewisse Monotonie eingestellt. Man steht kurz vor Sonnenaufgang
auf, trinkt Kaffee, ließt, erzählt, döst
in der Sonne und geht Wache. Das Essen ist sehr gut, es
besteht meist aus Bohnen, Eiern, frischen Fisch und Amerikaner
haben natürlich auch Erdnußbutter und Toastbrot
an Bord. Wir sehen täglich Delphine, die dann eine
zeit mit dem Boot schwimmen. Wir setzen uns dann immer ganz
vorne aufs Boot und lassen die Beine über Bord hängen,
in der Hoffnung, dass uns ein Delphine berührt. Das
soll Glück bringen. Auch fliegende Fische landen manchmal
auf dem Schiff. John Pear lässt sich nicht an Deck
blicken und möchte das Schiff verlassen.
Sonnabend 14.01.
Ich bin wieder früh
aufgestanden, im Moment schlafe ich an Deck, unten ist es
auch nachts sehr warm. Gewaschen wird sich mit Seewasser,
da wir mit Frischwasser haushalten müssen. Duschen
fällt auch flach, da das Gepäck in der Duschkabine
steht. Ich unterhalte mich viel mit John. Es wird auch das
Geheimnis gelüftet, warum der Kapitän John immer
Strümpfe trägt. Ihm wurden im Vietnamkrieg die
Zehen weggesprengt. Er erzählt Stories aus seinem Leben
und von Piraten, die es auch noch gibt. Abends zeigt er
mir das automatische Gewehr, welches er für Notfälle
im Schiff versteckt hat. Unser Freund John Pear bleibt unter
Deck. |
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Wir waren Schorcheln |
Es ging von Key West nach
Guatemala |
Sonntag 15.01.
Die Nacht ist heftig. Sturmböen
und Regenschauer machen uns das Leben schwer. Wir sind
die ganze Nacht an Deck angeschnallt und tragen Regenjacken.
John Pear hat sich die ganze Nacht durch übergeben.
Immer wieder kommen große Wolken mit Wind und Regen
und wir machen teilweise 7 -9 Knoten, ist echt gut. Gehen
5 Uhr früh begegnen wir dann noch einem riesigen
Tanker auf See. Tagsüber hat sich alles wieder beruhigt
und wir fangen einige Fische. Sogar John Pear war für
5 Minuten an Deck. Wir sehen Land. Am Nachmittag erreichen
wir die Turneffe Insel, vor der Küste von Belize.
Hier wollen wir ein paar Tage bleiben, Schnorcheln und
die Inseln erkunden. Die meisten dieser Inseln sind unbewohnt,
nur einige Fischer leben hier. Nachdem wir geankert haben
besuchen uns gleich einige Delphine. Wir wollen nun mit
Harpunen das Abendbrot besorgen. Mit dem Dingi geht es
zum Riff. Die Unterwasserwelt ist wirklich fantastisch.
Wir sehen Tausende von Fischen in allen Farben und Größen.
Mit der Harpune ist es gar nicht so einfach einen Fisch
zu schießen. Aber einen erwische ich und John fängt
gleich 5, genug fürs Abendessen. Das Panorama ist
perfekt, strahlend blauer Himmel, glasklares in allen
Blautönen schimmerndes Wasser, mit saftig grün
leuchtenden Inseln gespickt.
Montag 16.01.
Es ist sehr warm und ich kann nur noch
an Deck schlafen. John und ich fahren gleich nach Sonnenaufgang
zum Riff und jagen. Mich hat das Jagdfieber gepackt. Ich
schwimme durch das Wasser und halte nach großen
Fischen Ausschau. Ich vermeide es den auserwählten
Fisch direkt anzuschauen. Sie scheinen zu merken, was
los ist. Dann versuche ich mich unauffällig dem Fisch
zu nähern, die Harpune ist gespannt. Ganz plötzlich
greife ich dann an. Habe ich ihn getroffen, versuche ich
ihn mit der Harpune auf den Grund zu drücken, damit
er nicht von der Harpune rutscht. Das gelingt nicht immer,
manche Fische rutschen von der Harpune und ich muss sie
verfolgen und ein zweites mal schießen, oft treffe
ich auch gar nicht, oder der Fisch riecht den Braten.
Hin und wieder ziehen menschengroße Fische an uns
vorbei, die lasse ich dann auch ziehen. Unter Steinen
finden wir immer wieder Langusten, die wir nur einsammeln
brauchen. Auch Haie gibt es hier, manchmal sehen wir einen,
meist sind die aber nachts unterwegs. Wieder an Bord wird
der Fisch ausgenommen. Dazu tragen wir Gummihandschuhe,
da die Fische spitze und scharfe Zacken und Flossen haben.
Wir bekommen Kontakt mit den Fischern.
Sie jagen nur mit Tauchermaske und Harpune. Aber sie sind
sehr gut, können minutenlang unter Wasser bleiben
und schießen mehrere Fische bei einem Tauchgang.
Abends kommen sie uns besuchen und bringen Kokosnüsse
und etwas Gras mit. Sie freuen sich über einige T-shirts
und etwas Rum. Dann Essen wir zusammen und spielen Domino.
John Pear wird selten gesehen.
Dienstag 17.01.
Wieder ein toller Tag. John und ich
gehen wie gewohnt jagen. Unser Essen besteht aus Eiern,
Fisch und Langusten. Am Nachmittag fahre ich mit Ruth
und Kevin zu einer der Inseln. Wir glauben uns auf einer
unbewohnten Insel, stoßen aber auch auf eine Hotelanlage.
Hier machen gutbetuchte Amis Urlaub und verbringen den
Tag mit Fischen und Tauchen, was anderes gibt es hier
ja auch nicht. Danach geht es wieder Schnorcheln mit Harpune
und wir sehen einige Haie. John hat sich an den scharfen
Korallen, bei der Jagd nach einem Fisch ordentlich geschnitten.
Zum Abendessen gibt es Pilze, Mais, Kartoffelsalat und
Fisch.
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