Nach drei Tagen relaxen in Livingston geht es mit dem Schiff
flussaufwärts nach Rio Dulce. Die Fahrt dauert etwa
4 Stunden, unterwegs halten wir noch am Fort Castillo San
Filipe de Lara aus dem 17. Jh. In Rio Dulce finden wir ein
kleines, lautes und dreckiges Hotel, wo wir die Nacht ohne
Strom verbringen. Wir lassen uns am nächsten Morgen
früh wecken, weil wir mit dem Bus nach Tikal fahren
wollen. Wir Frühstücken in einer Barake am Straßenrand,
bevor es mit dem Bus losgeht.
Die erste Busfahrt in Guatemala
war schon ein Erlebnis. Für ca. 200 Kilometer brauchte
der völlig überfüllte Bus 6 Stunden. Die
ersten 4 Stunden musste ich stehen, bevor ich mir mit 4
Leuten eine Sitzbank teilte. Das wäre nicht schlimm
gewesen, wenn die geteerte Straße nicht nach einer
halben Stunde aufgehört hätte. Dann ging es nur
noch in halsbrecherischer Fahrt über Sand, Schlamm
und Schotterstraße quer durch Berge und Dschungel.
Am Nachmittag erreichten wir gut durchgeschüttelt Flores.
Der Ort liegt malerisch auf einer Insel im See, mitten im
Urwald. Man sieht hier schon mehr Indianer als in Livingston.
Eine einfache Herberge ist schnell gefunden. Wir schlafen
unter Wespennestern und die Toilette teilen wir uns mit
fetten Spinnen. Mit einem gemieteten Kanu erkunden wir noch
den See. Die Jugendlichen sind erfindungsreich, wir sehen
einige, die auf einfachen Holzbrettern Wasserski laufen.
Am nächsten Morgen heißt
es wieder früh aufstehen. Bereits um 6 Uhr morgens
stehen wir auf dem Marktplatz und warten auf einen Bus nach
Tikal. Noch ist alles ruhig nur langsam machen die ersten
Läden auf dem Markt, der aus zusammengehämmerten
Holzbrettern und Wellblechdächern besteht,auf. Wir
finden eine Kneipe, wo es Kaffee, Kuchen und Milchreis gibt.
Bald kommt der Bus und es geht auf relativ guter Straße
nach Tikal.
Hier bei den Ruinen gibt es ein Paar
Hotels und einen Campingplatz. Wir steigen im Hotel Jaguar
ab. Hier schlafen wir in Zelten, am Rande des Urwalds. Ein
paar Probleme stehen an. Ich habe Durchfall und die Klos
hier sind eigentlich unbenutzbar, so das ich den Urwald
vorziehe. Am Nachmittag besuchen wir die Tempelanlage. Vom
Eingang bis zum Hauptplatz sind es etwa 20 Minuten und wir
sehen etliche Affen in den Urwaldriesen. Der Hauptplatz
wird von zwei Tempeln dominiert. Wir klettern den Tempel
1 hinauf. Das sah Anfangs gar nicht so schwer aus. Als ich
aber oben war und die steilen Treppen hinunter sah, dachte
ich, das war ein sehr großer Fehler. Die Stufen waren
so steil, abgenutzt und sehr glitschig. Es fehlte ein Geländer
oder zumindest ein Seil, an dem man sich festhalten konnte.
Außerdem hatte ich meine alten abgenutzten Cowboystiefel
an.
Nachdem wir aber doch
wieder heil unten angekommen sind ging es auf den etwas
vom Hauptplatz entfernten und teilweise vom Urwald überwucherten
Tempel 4. Von dort oben hat man einen guten Blick über
den Urwald und die anderen Tempel. Wir haben uns mit der
Zeit verrechnet, denn es wird in kürzester Zeit stockfinster.
Zum Glück haben wir eine Taschenlampe dabei, ohne die
hätten wir die Nacht wohl bei den Ruinen verbringen
müssen. Nach dem Essen im Restaurant, verbringen wir
die erste Nacht im Zelt. Die vielen Geräusche aus dem
Urwald machen das Einschlafen schwer. Immer wieder hört
man neue ungewohnte Laute. Ach den nächsten Tag verbringen
wir bei den Ruinen, bevor es mit dem Bus nach Flores geht.
Von hier wollen wir mit dem Nachtbus nach Guatemala City
fahren. Aber wir haben noch Zeit. Wir erkunden den Markt
und baden im See, denn es ist wieder einmal sehr heiß.
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