Willkommen im "Sunshine State" der USA in Florida
Florida - Der Traum vieler Urlauber und Auswanderer aus aller Welt,
wartet mit vielen Klischees auf. Vorweg gesagt, die meisten
Klischees liegen gar nicht so falsch.
Der komplette Reiseführer über
die Baleareninsel Mallorca im Internet.
Seite:
Reisebericht Mexiko - Von der Pazifikküste durch Mexiko bis
an die Karibik
Mexikos Strände locken.
Nicht minder seine Mayatempel und Indianerdörfer im Bundesstaat
Chiapas. Und dazwischen azurblaue Seen und donnernde Wasserfälle.
Erfrischende Badestops ersetzen glatt eine Klimaanlage im VW-Bus
Nach 4 Wochen Badeurlaub in
Acapulco geht es nun weiter auf der Mex 200 Richtung Puerto
Escondido. Die ersten 50 Kilometer kommen wir zügig voran,
dann folgen Schlagloch auf Schlagloch. Für 400 Kilometer
brauchen wir elf Stunden. Erschöpft checken wir auf dem
Campingplatz in Puerto Escondido direkt am Meer ein, danach
gibt es erst einmal ein kühles Bier an der Strandbar.
Der Posten, der den Campingplatz bewacht, hat seinen Stuhl
keine zwei Meter neben unseren Bus aufgestellt. Wir bieten
ihm ein Bier an und fallen todmüde ins Bett
Ein
Strandabschnitt der schönen Bucht ist palmengesäumt und
lockt mit vielen kleinen Restaurants. Wer früh unterwegs ist,
kann die heimkehrenden Fischer beobachten und für wenige Pesos
einen stattlichen Thunfisch ergattern. Der andere Abschnitt ist
eher etwas für Wellenreiter, die in hohen Wellen Nervenkitzel
suchen. Nach einigen Tagen am Strand steuern wir auf der Mex 200
über Puerto Angel Salina Cruz an. Die Sierra Madre del Sur
steigt im Norden steil an. Hinter Salina Cruz verlassen wir die
Küstenregion Richtung Tuxtla Gutierrez, die heiße Hauptstadt
des Bundesstaates Chiapas. Die Straße im Nationalpark des
Sumidero Canyons windet sich in unzähligen Serpentinen den
Berg hinauf. Am Ende befindet sich ein Restaurant und eine Aussichtsplattform.
Wir sind die einzigen Gäste. Bald hat sich der Nebel verzogen
und wir genießen einen spektakulären Blick auf den Rio
Grijalva, der sich über 15 Kilometer durch den bis tausend
Meter tiefen Canyon schlängelt.
Die Parkstraße
hinunter nach Chiapa de Corzo gibt immer wieder den Blick frei
auf den Fluss. Unten angekommen, schließen wir uns sechs
anderen Reisenden an und mieten ein Boot. Vorsichtig steuert
der Führer das Boot durch den Eingang zum Canyon. Langsam
bahnt er seinen Weg durch Treibholz und Grünpflanzen..
Rechts und links steigen die Felswände bis zu tausend Meter
steil an. An der tiefsten Stelle
des Canons gleiten wir in eine Höhle. Als der Motor abgestellt
wird herrscht gespenstige Stille. Über uns türmen
sich ein paar hundert Meter Fels. Bevor wir die Gedanken an
ein Erdbeben weiterspinnen können, sind wir auch schon
wieder unter blauen Himmel. Am Ufer taucht ein Alligator auf
und ein Geier macht sich über einen toten Hund her. Die
Fahrt zum Chicoasen-Stausee und zurück dauert zweieinhalb
Stunden.
Im VW-Bus geht's weiter nach San Cristobal
de Las Casas. Zehn Kilometer hinter Chiapas de Corzo verbringen
wir die heißen Mittagsstunden badend am Wasserfall von Cueva
del Chorreadero. Der Umweg von nur einem Kilometer lohnt sich! Erfrischt
geht es ins 2100 m gelegene San Cristobal. Viele Indianerdörfer
liegen verstreut in den Bergen. Entlang der steilen, kurvenreichen
Straße verkaufen Indianer Früchte. Leuchtend bunte Trachten
gehören hier zum Alltagsbild. Feuerholz wird auf dem Rücken
der Esel herbeigeschafft. Männer arbeiten auf dem Feld, Frauen
stehen am Flussufer und waschen. Um ihre Erzeugnisse auf dem Markt
verkaufen zu können, müssen die Indianer lange Fußmärsche
zurücklegen. Viele Indianer arbeiten für einen Hungerlohn
bei Großgrundbesitzern. In den Dörfern fehlt oft Geld
für Schulen und Lehrer, so das die Bildungschancen der Kinder
gering sind. Chiapas ist ein wildes, unzugängliches Land und
die Indianer haben nicht aufgegeben, für ihre Rechte zu kämpfen,
wie der Indianeraufstand Anfang 1994 wieder zeigte.
Wir fahren nach Chamula, das
etwa zehn Kilometer nordöstlich von San Cristobal liegt. Vor
der kleinen Kirche wird Markt abgehalten. Wir decken uns mit
Obst und Gemüse ein. Man sollte respektieren, dass viele Indianer
nicht fotografiert werden wollen. In der Kirche herrscht absolutes
Fotografierverbot. Beim Dorfvorsteher müssen wir erst eine Erlaubnis
einholen, die Kirche besichtigen zu dürfen. Vor der Kirche wird
der Schein kontrolliert, und dann tauchen wir ein in eine andere
Welt. Das Halbdunkel der Kirche wird von Hunderten von Kerzen
erhellt, Bänke oder Stühle gibt es nicht. Der Boden ist mit
Heu ausgelegt, man sitzt alleine oder in kleinen Gruppen betend
und wimmernd am Boden. Weihrauchgeruch erfüllt den Raum. Eine
kleine Gruppe von Indianern musiziert, ein Priester schwenkt
Kleidungsstücke im Weihrauchnebel, die er dann einer Madonnenfigur
umhängt.
Es
geht wieder zurück nach San Cristobal. Hier besuchen wir das
Museum Na Blom einer Schweizerin, die ihr halbes Leben den Indianern
und dem Regenwald gewidmet hat. Neben Fotos von den Lakandonen (400
dieser Indianer leben noch im Dschungel nahe der Grenze nach Guatemala)
werden auch Gebrauchsartikel und handwerkliche Arbeiten ausgestellt.
Wir verlassen San Cristobal auf der Mex 199 Richtung Palenque. Die
letzte Regenzeit hat auf der kurvenreichen Straße deutliche
Spuren hinterlassen. Rasch wird es wärmer und feuchter, Nebelwälder
gehen über in tropischen Regenwald. 65 km vor Palenque liegt
das beliebte Ausflugsziel Agua Azul. Die Wasserfälle von Agua
Azul schlängeln sich über 7 km durch dichten Urwald. Der
Parkplatz hier ist überfüllt mit Reisebussen und Touristen.
Wir unternehmen erst einmal einen Spaziergang flussaufwärts,
vorbei an kleinen und großen Wasserfällen. In den klaren
Becken kann man wunderbar baden. Es ist fast dunkel, als wir zum
Parkplatz zurückkommen, der Trubel ist vorbei, nur einige Zelte
und ein Wohnmobil stehen noch am Flussufer.
Bei Sonnenaufgang sind wir schon wieder draußen, denn gegen
Mittag werden die ersten Reisebusse anrollen und die zauberhafte
Atmosphäre dieses Ortes ist dahin. Wir waschen uns im kalten
Wasser und baden ausgiebig. Vorsicht bei den Uferwegen, diese sind
sehr schlammig und rutschig.
Die Fahrt geht nun weiter Richtung Palenque.
In der Mittagshitze machen wir Rast am Misol-Ha Wasserfall, der
sich 30 Meter in die Tiefe stürzt. Kurz vor Palenque biegen
wir links ab zu den Ruinen und nisten uns auf dem Campingplatz
Mayabel, zwei Kilometer vom Parkeingang ein. Der Platz liegt am
Waldrand. In einer abgelegenen Ecke stehen Hütten, dort haben
sich einige Hippies niedergelassen. Im kleinen Restaurant wird
manchmal abends Musik gemacht, oft liegt der Geruch von Marihuana
in der Luft.
Die Tempelanlagen kann man entweder über
die Hauptstraße oder einen schönen Waldweg erreichen,
der vorbei an kleinen Wasserfällen zur Ruinenstätte
führt.
Wir erklimmen den 12 Meter hohen, sehr steilen Tempel der Inschriften.
Von oben hat man einen fantastischen Blick über die Anlage,
die, eingerahmt von Urwaldriesen vor uns liegt. Eine glitschige
Steintreppe führt ins Innere des Tempels. Vorsichtig tasten
wir uns die Stufen hinab. Am Grund der Pyramide befindet sich
ein Fürstengrab, das erst 1952 entdeckt wurde und das mit
einer schweren Steinplatte bedeckt ist. Wir sind allein am Grab
und genießen die gruselige Atmosphäre a la Indiana
Jones. Wir verbringen einige Stunden bei den Ruinen. Empfehlenswert
ist der Vormittag, bevor sich die große Hitze breit macht.
Nachts, so gegen zwei Uhr werden wir von schaurigem Geschrei
geweckt. Wenn wir nicht wüssten, dass es sich um Brüllaffen
handelt, hätten wir ein gefährliches Raubtier hinter
dem Gebrüll vermutet.