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Reisebericht Mexiko - Von Palenque geht es in den Urwald nach Bonampak und weiter nach Cancun



Wir wollen auch die tiefer im Urwald gelegenen Ruinenstädte Bonampak und Yaxchilan nahe der Grenze zu Guatemala besuchen. Mangels Straßen dorthin muss man umsteigen aufs Flugzeug oder Boot, also buchen wir in einem Reisebüro eine Zweitagestour. Am Morgen holt uns ein VW-Bus vom Campingplatz ab. Außer uns sind zwei Franzosen und drei Holländer an Bord. Unser Fahrer Jose besorgt noch Eis und Getränke in Palenque, dann geht es auf einer Schotterpiste nach Süden. Die ersten zwei Stunden ist vom dichten Regenwald nichts zu sehen. Durch Brandrodung wurden große Teile des Waldes vernichtet, auf den angelegten Weiden grasen Rinder. In einem kleinen Restaurant am Straßenrand bestellen wir Rühreier mit Bohnen und Kaffee zum Frühstück.

Nun wird es hügeliger, die Piste schlängelt sich nun durch dichten Urwald. Nach sechs Stunden werden wir nahe der Grenze vom Militär gestoppt. Die Soldaten sehen aus wie finstere Urwaldrambos. Nach kurzer Kontrolle und einer weiteren halben stunde Fahrt erreichen wir den Ort Frontera Echevarria. Da wir uns im Grenzgebiet befinden, müssen wir uns registrieren lassen.




Mit dem Boot geht es weiter nach Yaxchilan. Außer Proviant nehmen wir zwei Truthähne mit für die Leute die die Ruinenanlagen pflegen.. Während der einstündigen Fahrt schrecken immer wieder Reiher auf. Lautlos gleiten die großen weißen Vögel über uns hinweg. Der Fluss Usumacinta markiert die Grenze zwischen Mexiko und Guatemala. Auf der anderen Seite sieht man Behausungen aus Bambus und Palmblättern. Die Indios leben von dem, was der Urwald hergibt. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir den "Ort der grünen Steine" im Schatten mächtiger Urwaldriesen. Yaxchilan ist bekannt für recht gut erhaltene Türstürze. Am besten kann man die Werke der Maya-Bildhauer auf dem Rücken liegend bewundern. Wir klettern auf eine Pyramide, lauschen dort dem kakophonischen Konzert der Brüllaffen und lassen den Blick über den Urwald schweifen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir wieder Frontera Echevarria. Es scheint gerade Badezeit zu sein, das halbe Dorf ist am Fluss. Männer und Frauen waschen den Schweiß des Tages ab, während die Kinder übermütig im Wasser planschen. Am Himmel lauern dunkle Wolken und die ersten Blitze zucken. Mit dem Wagen fahren wir zum Übernachtungsort. Wir passieren die gleichen Soldaten. Wieder Kofferraum auf, mit der Gewehrmündung einmal in den Taschen rumwühlen, das war's. In einer kleinen Kneipe gehen wir essen. Cool kommen die Militärs in Kampfhose und knallbunten Muskelshirts hereingeschlendert. Die Gewehre legen sie beim Essen auf die Knie. Ausnahmslos alle trinken Milch.
In den Wellblechhütten, in denen unsere Betten stehen, gibt es natürlich keinen Strom, wir zünden Kerzen an. Kaum liegen wir in den Betten, bricht ein gewaltiges Unwetter herein. Der Regen, der aufs Blechdach hämmert, macht einen Höllenlärm. Immer greller zucken die Blitze durch die Nacht, immer drohender grollt der Donner.



Nach dieser schrecklichen Nacht wird ausgiebig gefrühstückt. 16 Kilometer Fußmarsch durch den Urwald nach Bonampak stehen uns bevor. Wir fahren auf der Piste Richtung Lacanha. Der Wald dampft vor Nässe. Unser Führer, ein Lakandonen-Indianer legt ein ordentliches Tempo vor, wir können kaum folgen im knöcheltiefen Schlamm. Nach vier Stunden erreichen wir Bonampak und bewundern großartige Wandmalereien. In drei Räumen sieht man Fresken von Kriegszügen, feierlichen Zeremonien und Siegesfeiern. Erst 1946 wurden diese Bilder entdeckt, eine Kopie kann man im Nationalmuseum der Hauptstadt betrachten Auf dem Rückweg kreuzt eine Schlange unseren Weg, auch unser Führer zeigt erheblichen Respekt vor dem Reptil. Kaum haben wir die Schlange vergessen, beginnt der Waldboden unter uns zu beben. In den Bäumen rascheln die Blätter laut: unser erstes Erdbeben. Endlich gibt der Urwald den Blick frei auf eine Lichtung, wo der gemietete VW-Bus steht. Nach kurzer Verschnaufpause geht's zu einem Fluss, in dessen kalten Fluten sich alle stürzen. Indios schauen amüsiert zu und bieten Holzschnitzereien zum Kauf an. Spät nachts erreichen wir müde den Campingplatz. Die tour war super und auch der Preis von 80 US$ pro Person scheint uns angebracht.



Wir verlassen Palenque auf der Mex 186 Richtung Campeche. An der Karibikküste Mexikos wollen wir noch ein wenig Strandleben genießen, doch nach 50 km reißt das Kupplungsseil. Wir fahren vorsichtig weiter und versuchen mit Zwischengas zu schalten, doch die allgegenwärtigen bumps in kleinen Orten setzen uns mächtig zu. Diese kleinen Holperschwellen sollen Autofahrer zwingen, langsam zu fahren.

Auf einsamer Straße, weitab der nächsten Ortschaft bricht das Schaltgestänge ab. So weit das Auge reicht nur tropischer Wald und Busch, hin und wieder huscht eine Echse über die Straße, kein Fahrzeug zu sehen. Notgedrungen lege ich mich unter den Wagen und fummele am Schaltgestänge herum. Endlich habe ich den dritten Gang drin. So geht es ohne Kupplung, nur im dritten Gang durch Yukatan. Am Spätnachmittag erreichen wir Campeche und finden eine Werkstatt. Der Wagen soll am nächsten Tag fertig sein. Im Ort finden wir für zehn Mark die Nacht ein miserables Hotel. Am nächsten Tag geht es weiter, aber nach 40 Kilometern bricht wieder alles zusammen, in stockfinsterer Nacht und bei strömendem Regen finden wir in der Nähe von Merida einen Übernachtungsplatz. Am nächsten Tag quälen wir uns weiter Richtung Cancun machen aber noch einen Stopp in der Ruinenstadt Chichén Itzá



Wir erreichen Cancun. Wir wollen zwei Tage auf der 8 km langen und bis zu 2 km breiten Isla Mujeres verbringen. Wir finden zwar nicht, dass die Insel wie überall angepriesen das karibische Paradies ist, finden aber schöne Strände und tolles Wasser vor. Mit gemieteten Fahrrädern geht es über die Insel und abends bummeln wir durch den Ort. Am Montag beginnt der Werkstattmarathon von neuem. Endlich bekommen wir den Wagen provisorisch repariert und starten zu einer Tour entlang der Küste. Abseits der Touristenorte finden wir einen schönen Campingplatz direkt am Strand. Wir verbringen einige ruhige Tage am Strand und in den Hängematten. Zurück auf der Teerstraße bricht das Schaltgestänge des Bully zum dritten mal ab. Also wieder nach Cancun in die Werkstatt. Nach langem hin und her entscheiden wir uns den 14 Jahre alten Bus zu verkaufen. Mit feuchten Augen trennen wir uns von unserem Bully, der uns fast 20000 Kilometer durch die USA und Mexiko treu begleitet hat. Wir verbringen noch einige Tage in Cancun und fliegen dann auf die Kanarischen Inseln um etwas zu arbeiten...........



   
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